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Dr. Ida P. Rolf

von Dr. Adjo Zorn

 

 

 

Amerikanische Wissenschaftlerin, Doktor der Biochemie an der Columbia-Universität New York.
Sie begründete und entwickelte die Methode der "Strukturellen Integration" innerhalb von 50 Jahren Studium und Praxis.


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Ida Pauline Rolf wurde 1896 in New York geboren und wuchs in der Bronx auf. Als eine der ersten Frauen erwarb sie dort einen Doktortitel in Biochemie und arbeitete eine Zeitlang als Professorin in diesem Beruf. Ungefähr 1940 behandelte sie das erste Mal eine Patientin mit einer schlecht verheilten Armverletzung auf Grundlage ihrer damaligen Yoga-Erfahrungen: Im Austausch gegen Klavierunterricht für ihre Kinder. Der Erfolg war insofern überraschend, als die Patientin bis dahin für ihren Arm viel Geld umsonst ausgegeben hatte. Natürlich hatte sie eine Freundin, der niemand helfen konnte und diese Freundin hatte auch eine Freundin ...
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Neben Yoga, das damals bei weitem noch nicht so bekannt war wie heute, lernte sie viel von einigen eindrucksvollen Osteopathen. Schließlich entwickelte sie ihren eigenen Stil: das Bindegewebe muss dahin bewegt werden, wo es hin gehört. Um irgendwelche Symptome kümmerte sie sich weniger als darum, den ganzen Körper in eine ausgeglichene Struktur zu bringen -  die Symptome und Krankheiten können dann oft von selbst verschwinden.

Ihre erste Veröffentlichung 1963 lautete: "Schwerkraft - ein unerforschter Faktor des Mensch-Seins".

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1965 behandelte sie Fritz Perls - den Gründer der Gestalt-Therapie, der sich wegen eines Herzleidens sehr schlecht fühlte:
 
"Als ich Fritz die siebte Sitzung gab, verfiel er in der Mitte der Sitzung in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Die nächsten zwei Minuten waren eine sehr üble Erfahrung für mich. Ich machte mir innerlich Vorwürfe und dachte: Du verdammte Idiotin! Wenn du einen Mann, der an einer schweren Herzkrankheit leidet und der kurz vor dem Tode steht, mit Rolfing behandelst, dann verdienst du das, was jetzt passiert ist. Der Mann ist tot! Doch dann schaute ich genauer hin und dachte: Zum Teufel, er ist nicht tot! So sieht ein Mann aus, der unter Narkose steht, nicht jemand, der an Herzversagen gestorben ist. ...
Als Fritz wieder aufwachte ... sagte er, dass er einmal in einer Narkose von einem Anästhesisten verletzt worden wäre. Dadurch, dass ich an seinem Hals gearbeitet hatte, war diese ganze Geschichte wieder an die Oberfläche gekommen. Danach hatte er noch ein paar kleinere Probleme, aber einen Herzanfall bekam er nie wieder. ... Nach Weihnachten sagte sein Herzspezialist zu ihm: Ihrem Herzen fehlt nichts."
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Fritz nannte Ida P. Rolf oft "Frau Ellbogen", schickte ihr Patienten aus seinen Workshops und ermutigte sie, andere auszubilden.
Sie fing an, im berühmten Esalen, dem damaligen Mekka aller Psycho-Freaks, Patienten zu behandeln und Menschen in ihrer Methode auszubilden. 1973 entstand das ROLF Institute in Boulder, Colorado, das eine Kommunikation aller Rolfer untereinander ermöglichte und Ida Rolf finanziell entlastete und organisatorisch unterstützte.

Einer ihrer spontanen Aussprüche wurde unter Rolfern sehr berühmt und kennzeichnet ihre ungewöhnliche Intuition nach über 40 Jahren Praxis: Als sie bereits über 80 war und nur noch schlecht sehen konnte, rief sie einmal einem Schüler quer durch den ganzen Raum zu: "Nein! Es ist genau unter dem dritten Finger!".

Ihre Hände und die Art ihrer Berührung wurden zu einem Mythos.


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" Als Ida alt wurde, verloren ihre Hände an Stärke, aber nicht an Autorität. Einmal beobachtete sie, wie ich an einer Klientin mit außerordentlich skoliotischer Wirbelsäule arbeitete. Tweed war eine lebendige Krankenschwester trotz schwerer Torsionen in Wirbelsäule und Brustkorb. Sie liebte Rolfing für die Energie, die es ihr gab, obwohl eine Begradigung ihres Rückens jenseits aller manipulativen Möglichkeiten lag.
Sie rollte auf einem Hocker vorwärts, während meine Hände sich in ihrem Rücken beidseitig hinunter arbeiteten. Ida Rolf war hinter mir und wollte wieder einmal, dass ich "tiefer gehen" sollte. Da war etwas, was ich nicht erreichen konnte und schließlich juckte es ihr so in den Fingern, dass sie die Bremse ihres Rollstuhls anzog, sich voll hinauslehnte und zwei Finger unter Tweeds Rückenstrecker brachte. Tweed, die immer noch nach vorn lehnte und nicht bemerkt hatte, dass ich zur Seite getreten war, sagte: "Das ist es, jetzt hast du es !" Das war ein Moment der Offenbarung: Nachdem ich es schon 490 mal gehört hatte, erkannte ich beim 491. Mal, dass "tiefer gehen" nicht dasselbe war wie stärker arbeiten. Diese alte Frau reichte tiefer hinein als ich obwohl sie sich dafür aus einem Rollstuhl lehnen musste."
Tom Myers

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Video mit Ida Rolf (am Anfang Tonstörungen, der Webbrowser muss Scripts erlauben)

Ida Rolf starb 1979 im Alter von 83 Jahren.

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Drei Rolf-Regeln
 

 



 

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